Dienstag, 16. Oktober 2018

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Jahresbericht der Feuerwehr Garching für das Jahr 20152016 01 24 JHV Ehrungen Dienstzeit

Mit seinem traditionellen Jahresbericht informierte der Kommandant, Christian Schweiger, die Stadt Garching als Dienstherr der öffentliche Einrichtung Freiwillige Feuerwehr Garching, vertre-ten durch Herrn Bürgermeister Dr. Dietmar Gruchmann und mehrere Stadträte, über die geleistete Arbeit im Jahr 2015. Darüber hinaus berichtete der Vereinsvorsitzende, Johannes Kick, den Mitgliedern des Vereins Freiwillige Feuerwehr Garching e.V. über die Aktivitäten und das Jahresgeschehen im Feuerwehrverein, welcher gemäß dem bayerischen Feuerwehrgesetz üblicherweise die Einsatzkräfte für die Öffentliche Einrichtung Feuerwehr stellt.

I. Bericht des Kommandanten Christian Schweiger
In seiner Rede informierte Christian Schweiger detailliert über Mannschaftsstand, Ausbildung, Einsätze der Feuerwehr Garching und die Neubeschaffung von Gerätschaften:


Mannschaftsstärke
Bei der Mannschaftsstärke führte der Kommandant aus, dass sich diese im Vergleich zum Vor-jahr um 6 Dienstleistende auf 112 Aktive (davon 10 Frauen) erhöht hat.
Dabei ist zu berücksichtigen, dass Anfang 2015 – im üblichen zweijährigen Rhythmus – eine neue Jugendgruppe gegründet wurde. In den Jahren ohne Jugendgruppengründung sinken die Mitgliederzahlen durch natürliche Fluktuation, um im darauffolgenden Jahr wieder das durch-schnittliche Niveau zu erreichen.


Einsätze und Übungen
Im Jahr 2015 wurden die Dienstleistenden der Freiwilligen Feuerwehr Garching zu 482 Einsätzen (Vorjahr: 438 Einsätze) alarmiert, wobei der Anteil der First-Responder-Alarme am Gesamtauf-kommen 45% bzw. 216 Alarme (Vorjahr 53% bzw. 234 Alarme) betrug. Die Gesamteinsatzzahl, die Gesamteinsatzstunden und die Anzahl der pro Einsatz eingesetzten Feuerwehrdienstleisten-den resultiert in insgesamt 3.790 ehrenamtlich erbrachten Arbeitsstunden.
Die durchschnittliche Ausrückzeit lag unverändert bei ca. drei Minuten.

Um die geforderte Qualität der Einsatzabwicklung zu gewährleisten, den Ausbildungsstand zu halten bzw. zu erhöhen und die reibungslose Organisation der Feuerwehr zu gewährleisten, wur-den im vergangenen Jahr (inkl. Kreisausbildung in Haar) insgesamt 360 Übungen (Vorjahr: 453) und Besprechungen durchgeführt.

Insgesamt wurden im vergangenen Jahr für Einsätze, Übungen, Fortbildung und Arbeitsdienste 12.321 Arbeitsstunden ehrenamtlich erbracht.


Veränderungen des Ausrüstungsstandes gegenüber 2014:

  • Gasmessgeräte
    Beschafft wurden zwei weitere Messgeräte für verschiedene Gase. Die bei Bränden oder Unfäl-len freiwerdenden Gase oder die zusätzlichen Gefahren bei Suizidversuchen zwangen uns, zwei weitere Messgeräte zu beschaffen. Diese Geräte können Kohlenmonoxid, Kohlendioxid, Sauer-stoff und explosive Gase messen und bei gefährlichen Konzentrationsverhältnissen warnen. Die Ausgaben für diese Messgeräte mit den dazugehörigen Prüf- und Wartungsgeräten beliefen sich auf ca. 6500,-€.
  • Übungspuppen
    Für die Vorbereitung und Durchführung von Übungen wurden zwei Übungspuppen beschafft. Die Übungspuppen können mit Ballast bis zu 80 kg gefüllt werden, so dass die Personenrettung auch realistisch dargestellt werden kann. Die Kosten für die Puppen beliefen sich auf ca. 350,- €.
  • Alarmdisplay
    Über einen großen Bildschirm, der in der Fahrzeughalle montiert wurde, können die Einsatzkräfte im Alarmfall wichtige Einzelheiten zum anstehenden Einsatz erhalten, welche durch die Einsatz-leitstelle übermittelt werden. Diese Daten beinhalten das Meldebild, den Einsatzort (der auch auf einer Karte dargestellt wird) und die alarmierten Fahrzeuge. Dadurch werden die Dienstleisten-den bereits beim Umziehen in der Fahrzeughalle informiert und können die Fahrzeuge effizient besetzen. Für diese Investition wurden 550,- € in Anspruch genommen.
    Auf die beschafften Verbrauchsmaterialen und den Wartungsaufwand für den Fahrzeugpark wird nicht im Einzelnen eingegangen.

Sonstiges:

  • Feuerwehrgerätehaus
    Schweiger zeigte den Fortgang der Planung des neuen Feuerwehrgerätehauses auf. In der letz-ten Jahreshauptversammlung versicherte der Erste Bürgermeister, Dr. Dietmar Gruchmann, mit der Planung des neuen Gerätehauses zeitnah zu beginnen. Im November 2015 besuchte der Kommandant mit Mitarbeitern der Bauabteilung der Stadt Garching das neu errichtete Geräte-haus in Eching um erste Eindrücke und Ideen zu sammeln. Vor einigen Wochen nutzten einige Aktive der Feuerwehr Garching die Urlaubzeit um weitere neuere Gerätehäuser in Freising und Markt Schwaben zu besichtigen. Ziel war es Ideen zu sammeln und sich über bereits gemachte Erfahrungen bei bisherigen Neubauten zu informieren.
    Demnächst geht es zusammen mit der Bauabteilung um weitere Details der Planung und die Anregungen aus den bisher durchgeführten Besichtigungen.
    Der Kommandant hofft, dass die Planungen bzw. der Neubau durch den Stadtrat weiterhin stark unterstützt wird und die notwendigen Haushaltsmittel zur Verfügung gestellt werden.
  • Tag der offenen Tür
    Im Jahr 2015 wurde nach einigen Jahren von den Dienstleistenden der Feuerwehr Garching im Rahmen der 1100 Jahrfeier ein Tag der offenen Tür durchgeführt. Ziel war es den Garchinger Bürgerinnen und Bürgern die Aufgaben der Feuerwehr näher zu bringen.
    Bei schönstem Wetter am 12. September 2015 konnten sich die Gäste an den Informationsstän-den über die Arbeit und das Tätigkeitsspektrum der Feuerwehr informieren, Vorführungen und Attraktionen ansehen, Fahrzeuge und Gerätehaus besichtigen. Bei einer „Modenschau“ wurden die verschiedenen Einsatzkleidungen vorgeführt. Die positiven Rückmeldungen aus der Bevölke-rung entschädigten für die umfangreiche Vorbereitung und den nicht unerheblichen Arbeitsauf-wand.
    Der Kommandant bedankt sich herzlich bei allen, die an der Vorbereitung und Durchführung dieses Events beigetragen haben.

II. Ausblick für das Jahr 2015


Beschaffung eines Wechselladerfahrzeugs:
Im Haushalt 2015 hat die Feuerwehr Garching die Neubeschaffung eines Wechsellader-Fahrzeugs beantragt.
Geplant ist ein Wechselladerfahrzeug mit Ladekran und Hackenlift. Mit diesem Trägerfahrzeug ist der Transport von Abrollbehältern bis zu einem zulässigen Gesamtgewicht von 12t möglich. Es können Gerätschaften und Ausrüstung zum Einsatzort gebracht, die sonst auf keinem anderen Löschfahrzeug verladen sind. Dabei wird die Ausrüstung auf fahrbare Transportwägen verstaut, die beim jeweiligen Einsatzstichwort auf die Ladefläche geschoben werden. Durch das breite Aufgabenspektrum der Feuerwehr ist es bei mittlerweile immer mehr Einsätzen unumgänglich auf so ein flexibles Transportsystem umzusteigen.
Des Weiteren besteht die Möglichkeit verschiedenste Abrollbehälter zu laden und je nach Einsatzmeldung z.B. Spezialabrollbehälter (Sonderlöschmittel, Gefahrgut oder Schüttgutcontainer) aufzunehmen. Es wurde ein Einsatzkonzept entwickelt, welches die umliegenden Feuerwehren wie die Werks-feuerwehr der TU Garching und die Freiwillige Feuerwehr Unterschleißheim mit einbezieht. Fahr-zeuge und Abrollbehälter können miteinander ausgetauscht und verwendet werden. Dies spart Material und Kosten, da nicht jede Feuerwehr dasselbe Gerät vorhalten muss.
Die vorgesehenen Anschaffungskosten belaufen sich auf ca. 110.000,- € für das Fahrgestell, 140.000,- € für Kran und Hakenlift. Ein Abrollbehälter Logistik wird mit ca. 60.000.- € zu Buche schlagen.
Das Trägerfahrzeug bestehend aus Fahrgestell sowie Kran und Hakenlift wird mit einer Pauscha-le von 83.000,- € durch das Bayerische Staatsministerium des Innern bezuschusst.


Ersatzbeschaffung von Atemschutzflaschen
Nach 15 Jahren müssen die vorhandenen Atemschutzflaschen ausgetauscht werden. Diese Er-satzbeschaffung ist durch den Hersteller vorgeschrieben. Es müssen 53 Flaschen neu beschafft werden. Diese Ersatzbeschaffung wird über 2 Jahre verteilt und beansprucht ca. 30.000,- €.


Auslagerung von Material und Gerätschaften
Material und Gerätschaften, welche z.B. zu Ausbildungszwecken oder selten benötigt werden, müssen aus Platzmangel im Feuerwehrgerätehaus ausgelagert werden. Seit einigen Jahren sind bereits die historisch Kutsche und das erste Löschfahrzeug aus dem Jahr 1957 in privaten La-gerhallen gelagert. Für diese Unterbringung muss in nächster Zeit eine andere Lösung angedacht werden. Da bereits der Bauhof eine Bundeswehrhalle in Hochbrück angemietet hat, ist es für die Feuerwehr denkbar auch ein Bundeswehrgebäude anzumieten. Dies ist mit der Stadtverwaltung noch abzustimmen.


III. Beförderungen und Ehrungen


Erfreulicherweise konnte auch in diesem Jahr wieder jungen Feuerwehrdienstleistenden der erste Dienstgrad und engagierten Kameraden ein höherer Feuerwehrdienstgrad verliehen werden.Befördert wurden zum

Feuerwehrmann: Nathan Engelhardt, Johannes Hamacher, Michael Hanrieder, Stefan Koll, Ced-ric Kremer, Florian Weglöhner
Oberfeuerwehrmann: Leo Adolf-Lisitano, Daniel Baumann, Tobias Chemnitz, Christian Meier, Johannes Meißner, Markus Rohrhirsch, Florian Schuster, Andreas Stephan, Patrick Woidy
Hauptfeuerwehrmann/-frau: Julia Eppler, Martin Fischer, Patrick Schlesinger, Andreas Wenzelis
Hauptlöschmeister: Thomas Hegering, Jörg Pohl


Am Kreisfeuerwehrtag 2015 in Unterföhring wurde für 25 Jahre aktiven Feuerwehrdienst mit dem Bayerischen Feuerwehrehrenkreuz in Silber des Innenministeriums stellvertretend von Landrat Christoph Göbel der Garchinger Feuerwehrdienstleistende Oliver Muhs ausgezeichnet.

Vom Verein erfolgten folgende Ehrungen:

  • für 2 Jahre aktiven Feuerwehrdienst (Feuerwehrehrennadel): Alexander Böth, Oliver Muhs, Sascha Le Maire, Markus Wanninger
  • für 20 Jahre aktiven Feuerwehrdienst (Feuerwehrehrennadel in Silber): Thomas Erler
  • für 30 Jahre aktiven Feuerwehrdienst (Feuerwehrehrennadel in Gold): Florian Baierl, Al-bert Biersack, Hans Kastenmüller jun., Marcus Heidel


IV. Grußwort des Bürgermeisters Dr. Dietmar Gruchmann
In seinem Grußwort zeigte sich Bürgermeister Gruchmann von der Leistungsbilanz der Feuer-wehr Garching beeindruckt: „Es ist beachtlich, was sie für die Stadt Garching leisten. Ich möchte mich dafür im Namen der Stadt und den Einwohnerinnen und Einwohner dafür bedanken“.
Er lobte die vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Vorstandschaft und Stadtverwaltung. Neben der wichtigen Rolle des vorbeugenden und abwehrenden Brandschutzes leistet die Frei-willige Feuerwehr Garching auch im gesellschaftlichen Leben der Stadt einen großen Beitrag. Dr. Gruchmann erwähnte an der Stelle den Beitrag der Feuerwehr zur 1100 Jahrfeier wie z.B. die Verkehrsabsicherung beim historischen Umzug, die Abkühlung der Straßen für den Festzug beim dem heißen Wetter, die Trinkwasserverteilung und die Hilfe beim Enthüllen der Gowirich-Skulptur am Bürgerplatz. Die Lichtinstallation der Feuerwehr, einige Male umgebaut und an verschiedenen Stellen in Garching aufgestellt, führte durch das Festjahr „wie ein roter Faden“. Den Auftakt machte ein Lichtwürfel, das Ende ein toller Adventskranz auf dem Bürgerplatz. Die Ergebnisse der Lichtinstallation waren sehr beeindruckend. Dr. Gruchmann bedankte sich auch beim Kooperationspartner der Feuerwehr, Herrn Raffael Pollak, ferner beim Vorstand der Feuerwehr für das Einbringen der Idee, die Kreativität und der Konstruktivität beim Arbeitskreis der 1100 Jahrfeier.
In Sachen Zivilcourage und ehrenamtliches Engagement ist die Feuerwehr Garching ein „echtes Vorbild“. Bürgermeister Gruchmann freut sich auch über die Gründung der neuen Jugendgruppe Anfang 2015: „Wir brauchen junge Menschen, denen das Allgemeinwohl ein Anliegen ist und nicht nur Ichlinge“.


Zum Planungsstand des neuen Feuerwehrhauses führte er aus, dass ihm persönlich viel an einer Umsetzung des neuen Feuerwehrhauses liegt. Es soll nicht nur „irgendeine Raumlösung“ gefun-den werden, sondern ein hoher Standard die Maßgabe sein, so wie dies auch beim Erweite-rungsbau des Feuerwehrhauses in Hochbrück der Fall war.
Leider sei es so, dass in Garching noch andere große Investitionen wie z.B. die Kinderbetreuung anstehen, wo es „noch mehr brennt“ als beim Thema Neubau Feuerwehrgerätehaus Garching. Es sei noch Geduld gefragt, welche aber nicht überstrapaziert werden soll. So fanden 2015 meh-rerer Begehungen anderer Feuerwehrhäuser im Landkreis statt, um sich Anregungen zu holen. Man konnte sich überzeugen, dass der Standard, so wie er z.B. beim Feuerwehrhaus in Hochbrück umgesetzt wurde, nicht überall erreicht wird. „Automatische Tore und LED Beleuchtung scheinen keine Selbstverständlichkeit zu sein.“.
Der Neubau soll auf jeden Fall in Absprache mit der Vorstandschaft und der Führung der Feuerwehr Garching gemeinsam geplant werden. Ziel ist es die Planungen im Stadtrat abzustimmen und dann die Planungsleistung auszuschreiben.
Im Finanzhaushalt 2018 soll der Neubau dann enthalten sein.


„Den Mitgliedern der Freiwilligen Feuerwehr Garching sei für Ihre Arbeit alles erdenklich Gute gewünscht und unfallfreie und erfolgreiche Einsätze.“, schloss Dr. Gruchmann sein Grußwort.


V. Grußwort des zuständigen Kreisbrandmeisters Hermann Bayer


Der Kreisbrandmeister übermittelte allen anwesenden die Grüße der Kreisbrandinspektion Mün-chen. „Die freiwillige Feuerwehr Garching ist nach wie vor eine fachkompetente Feuerwehr im Kreisbrandmeisterbereich 1. Die jeweiligen Einsatzübungen werden sehr akribisch ausgearbeitet und vorbereitet. Die Feuerwehren Hochbrück und Garching arbeiten beide ausgezeichnet zu-sammen, was vorbildlich und beeindruckend ist.“.
Bayer stellte der Stadt und den politisch Verantwortlichen grundsätzlich ein gutes Zeugnis aus, was die Unterstützung und Ausstattung der Feuerwehr angeht. Ferner sei „es hervorragend, dass die Stadt bei der Planung des Feuerwehrgerätehauses auf die Anliegen der Feuerwehr eingeht.“
„Sehr positiv ist die Mitwirkung und der Einstieg der Feuerwehr Garching in das Wechsellader- und Abrollbehältersystem zusammen mit der TU Feuerwehr und der Freiwilligen Feuerwehr Un-terschleißheim. Das Abrollbehälteraustauschkonzept hilft Kosten zu sparen und ist ein modernes Fahrzeug- und Gerätekonzept.“
Zum Schluss wünschte Hermann Bayer für das neue Jahr „so viel Erfolg wie bei den Einsätzen des letzten Jahres und stets unfallfreies Wirken.“.
Zum Abschluss der Jahreshauptversammlung bedankten sich Kommandant, Christian Schwei-ger, und der Vorstand des Feuerwehrvereins, Johannes Kick, bei allen aktiven und passiven Mit-gliedern, den Stadträten, der Stadtverwaltung, den Nachbarfeuerwehren sowie bei allen, die die Arbeit der Freiwilligen Feuerwehr Garching im Jahr 2015 unterstützt hatten, getreu dem Leit-spruch der Feuerwehr: „Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr.“


Stefan Holzhauser
Markus Mayerle
Sachgebiet Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Freiwillige Feuerwehr Garching

 

 

 

 

 

 

 

 

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