Montag, 23. Oktober 2017

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Erfolgreiche Feuerwehrübung am U-Bahnhof Garching2016 06 24 FF Garching U Bahn Uebung 1

 Am Freitag, den 24. Juni 2016 wurde am U-Bahnhof Garching in der Zeit von 21.30h bis 23:30h eine Feuerwehrübung durchgeführt. Beteiligt waren die Freiwillige Feuerwehr aus Garching mit 7 Fahrzeugen und 74 Feuerwehrdienstleistenden mit dem stellvertretenden Kommandanten Heiner Hegering als Einsatzleiter, die Freiwillige Feuerwehr Hochbrück mit 1 Fahrzeug und 8 Feuerwehrdienstleistenden unter der Leitung von Attila Bancsov, die Werkfeuerwehr der Technischen Universität München vom Forschungscampus Garching mit 1 Fahrzeug und 7 Feuerwehrdienstleistenden unter der Leitung von Peter Wierer, die Freiwillige Feuerwehr Dietersheim mit 3 Fahrzeugen und 22 Feuerwehrdienstleistenden unter der Leitung von Alexander Bohmann, die Freiwillige Feuerwehr Oberschleißheim mit 6 Fahrzeugen und 32 Feuerwehrdienstleistenden unter der Leitung von Michael Bayer und die Freiwillige Feuerwehr Ismaning mit 3 Fahrzeugen und 20 Feuerwehrdienstleistende unter der Leitung von Christian Dobmaier. Zahlreiche Kräfte der Kreisbrandinspektion München unter der Leitung von Kreisbrandrat Josef Vielhuber mit dem Einsatzleitwagen des Landkreises München, des Rettungsdienstes der Aicher Ambulanz, sowie technisches und organisatorisches Personal der Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) beteiligten sich ebenso an der groß angelegten Übung. Führungskräfte und Mitglieder umliegender Feuerwehren und der Feuerwehreinsatzzentrale des Landkreises München, sowie die Polizei wohnten der Übung als Beobachter bei. Die drei Bürgermeister der Stadt Garching, Dr. Dietmar Gruchmann, Alfons Kraft und Walter Kratzl, und weitere Vertreter des Stadtrates waren vor Ort und machten sich ein Bild von der Lage, sowie zahlreiche Zuschauer rund um den Maibaumplatz und den Schwanenbrunnen.

Die Übungsannahme war ein Brand in bzw. an einem U-Bahnzug. Der Zug konnte noch in die Haltestelle Garching einfahren. Es kam zu einer starken Rauchentwicklung im Bahnhofsbereich simuliert durch dichten Diskonebel, welcher an beiden Ausgangsseiten der Haltstelle Garching aus den Schächten quoll.

Im Fokus der Übung stand die zügige Rettung und Evakuierung von Verletzten aus dem Gefährdungsbereich, die Bekämpfung des Brandes, die Überprüfung des existierenden Einsatzkonzeptes, die ausführliche Kontrolle verschiedener Kommunikationsmöglichkeiten im UBahnbereich, sowie die Einrichtung eines Patientensammelplatzes mit der Registrierung, Betreuung, Behandlung und Verbringung der evakuierten Personen in Krankenhäuser. Für die Übung übernahmen ca. 55 Freiwillige als Statisten die Rolle der Fahrgäste. Diese wurden entsprechend eingewiesen bestimmte Verletzungsmuster zu simulieren wie z.B. Atembeschwerden, Bewusstlosigkeit, Gehunfähigkeit. Auch Puppen im Kleinkinderformat inkl. Kinderwägen waren im Einsatz um das ganze Spektrum an möglichen Fahrgästen abzudecken und das Szenario für die Einsatzkräfte realistisch zu gestalten.

Um 21.40h wurde durch die Feuerwehreinsatzzentrale der Alarm mit dem Stichwort „Brand im U-Bahnhof Garching“ für die Feuerwehren ausgelöst. Diese standen schon in entsprechenden Aufstellungsbereichen bereit und fuhren zeitversetzt die Einsatzstellen an, um den Zeitversatz für die normale Anfahrt von den Gerätehäusern mit Sondersignal zu simulieren. Das erste Fahrzeug der Freiwilligen Feuerwehr Garching baute umgehend den ersten Löschangriff auf und wandte die sogenannte Stoßtrupptaktik an, die sich bei dieser Art von Einsatzbild/-geschehen regional bewährt hat. Trupps zu je vier Einsatzkräfte unter schwerem Atemschutz und ausgestattet mit Schlauchkorbtragen, Wärmebildkamera, Rettungsleinen, Handlampen, Fluchthauben und Funkgeräten drangen zum Bahnsteig vor. Nach der ersten Lagebeurteilung am Schadensort wurde der Brandbekämpfung und der Menschenrettung begonnen.

Die erste verlegte Schlauchleitung diente bereits flüchtenden Personen als Orientierungshilfe, die Ausgänge zu finden. Personen, die nicht mehr selbst flüchten konnten wurden Fluchthauben gegen den Brandrauch aufgezogen und über die Rolltreppen gerettet. Die Rolltreppen spielten bei der Personenrettung eine wichtige Rolle, da der Verletztentransport über die normale Treppe ein zeit- und vor allem kraftraubendes Beschwernis darstellt. Mit den eingesetzten Wärmebildkameras wurde sowohl das Auffinden von Personen im dichten Rauch als auch das Auffinden der Brandherde erheblich erleichtert. Rettungsleinen oder engl. guide lines wurden am Treppenabgang befestigt und dienten den eingesetzten Trupps dazu nicht selbst im dichten Rauch die Orientierung zu verlieren und den Ausgang immer wieder sicher zu finden.


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Die Koordination aller Einsatzkräfte an der Einsatzstelle und im Bahnhofsbereich erforderte den Einsatz verschiedener, moderner Kommunikationseinrichtungen und die richtige Einsatztaktik. Um den Funkverkehr mit den Trupps im Bahnhofsbereich, welcher sich gut 17m unter der Erde befindet, sicherzustellen, wurde sowohl auf eine gut funktionierenden Gebäudefunkeinrichtung zurückgegriffen, als auch die neue Digitalfunktechnik verwendet. Des Weiteren nutzte man zusätzliche Funkkanäle für Führungs- und Logistikmaßnahmen wie z.B. die Koordination der Wasserversorgung, die Einrichtung des Verletztensammelplatzes und Zuweisung von Aufstellflächen für Einsatzfahrzeuge. Logistische Unterstützung erhielten die übenden Feuerwehren durch den Einsatzleitwagen der Kreisbrandinspektion München. Die Freiwilligen Feuerwehren Garching und Dietersheim übernahmen den Löschangriff und die Personenrettung am Bahnhof Garching auf der Ostseite (Maibaum), die Freiwillige Feuerwehr Hochbrück und die Feuerwehr der Technischen Universität die Westseite (Schwanenbrunnen). Die Freiwilligen Feuerwehren Oberschleißheim und Ismaning öffneten und besetzten die U-Bahn Notausstiege am Kreuzeckweg und an der Schleißheimer Straße um Fahrgäste, die möglicherweise durch die Tunnelröhren flüchten, abzufangen und zügig an die Oberfläche zu verbringen. Mit einer Drehleiter und einem daran befestigten Flaschenzug konnten Personen auch liegend aus dem Notausstiegsschacht herauftransportiert werden. Die für einen Löschangriff aus dem Tunnel heraus speziellen Steigleitungen der U-Bahn Infrastruktur wurden bewässert und getestet.

Zwischen Garching-Hochbrück und Garching-Forschungszentrum richtete die MVG für den Übungszeitraum einen Schienenersatzverkehr mittels Bussen ein, so dass es nur zu kleinen Einschränkungen für die Fahrgäste kam.

Das Fazit der Großübung fiel durchwegs positiv aus. Das Verbesserungspotential, welches bei der letzten großen Feuerwehrübung am U-Bahnhof Garching im Juni 2009 festgehalten wurde, konnte umgesetzt werden wie z.B. eine effiziente Absuche des Bahnhofsbereiches mit dem Ziel doppeltes oder dreifaches Absuchen durch verschiedene Kräfte zu vermeiden. Die Anpassungen der Einsatztaktik bei den Räumungsmaßnahmen waren zielführend, in dem ein zentraler Patientensammelplatz im Hof gegenüber dem Maibaumplatz einrichtet und ausnahmslos alle Verletzten dorthin verbracht wurden. Die Kräfte des Rettungsdienstes registrierten, kategorisierten nach Verletzungsgrad, behandelten und verbrachten die Verletzten ins Krankenhaus. Für den Transport waren zahlreiche Rettungswägen und ein Groß- raumrettungswagen im Einsatz, die im Pendelbetrieb Verletze abtransportierten ohne mit den Feuerwehrmaßnahmen oder Feuerwehrfahrzeugen in Konflikt zu geraten. Die Kommunikation mit den Atemschutztrupps über die zentrale Atemschutzüberwachung und Atemschutzführung funktionierte einwandfrei. Alle verletzten und vermissten Personen wurden gefunden und an die Oberfläche verbracht. Die Sicherstellung, dass sich im Gefährdungsbereich keine Personen mehr befinden wurde durch eine gründliche, koordinierte Suche sichergestellt. Die Brandherde konnten gelöscht und der Bahnhofsbereich wieder rauchfrei gemeldet werden. Eine solche Feuerwehrübung dient nicht nur dazu, bestehende Konzepte zu üben und zu vertiefen, sondern auch dazu, immer weiteres Verbesserungspotential zu erkennen und zu berücksichtigen. Die Notizen der eingesetzten Beobachter werden ausgewertet, im Nachgang besprochen und in die Feuerwehreinsatzpläne und -taktik eingearbeitet. So wird sichergestellt, dass das Sicherheitskonzept technisch und taktisch auf dem aktuellsten Stand ist. Die Freiwillige Feuerwehr Garching bedankt sich bei allen anwesenden Kräften und den Statisten für die gute, organisationsübergreifende Zusammenarbeit und die Beteiligung an der Übung, sowie bei der MVG für die Organisation des Schienenersatzverkehrs, für die Bereitstellung des Zuges für die Übung und das entsprechende technische und organisatorische Personal vor Ort.


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